BasiCode eine Variante des Datentransfer

 

Wer kennt das nicht: lange und intensiv hat man sich mit seinem guten alten 8-bit-Heimcomputer beschäftigt, nun hat man einen moderneren Computer und möchte doch einige Texte oder Datensammlungen auf das neue System herüberbekommen.

Welche Möglichkeiten gibt es da?

Zunächst ist zwischen Binärdateien und ASCII-Files zu unterscheiden.

Binärdateien, zu denen auch in Token-Form abgespeicherte Basic-Programme gehören, zu übertragen macht nur Sinn, wenn einem auf dem großen Computer die Emulation des Oldies zur Verfügung steht, sonst wären sie ohnehin dort nicht nutzbar.

Doch Dateien in Textform sind, da wenigstens ASCII sich als Standard etablieren konnte, in jedem Fall auch auf dem großen Computer weiterverwendbar.

Die wahrscheinlich unproblematischste Art zur Übertragung ist sicher die serielle Kopplung, vorausgesetzt, man hat auf beiden Seiten die erforderliche Ausrüstung dafür.

Ebenfalls relativ unkompliziert zu handhaben ist der Transfer über Disketten. Doch nicht nur 3"-, sondern mittlerweile auch 5 1/4"-Disketten können hier schon wieder Probleme aufwerfen, meist hat der neue Computer nur ein 3 1/2"-Laufwerk.

Noch schwieriger, wenn der Oldie nichts anderes als Kassettenspeicherung ermöglicht, doch selbst dann gibt es mit BasiCode eine weitere Variante.

Schon Anfang der 80er Jahre störte es Heimcomputer-Freaks, daß jeder Hersteller auf größtmögliche Inkompatibilität zu seinen Konkurrenten achtete und daß dadurch der Erfahrungsaustausch mit Nutzern anderer Systeme erschwert wurde. Ein niederländisches Team entwickelte daher ein gemeinsames Kassettenaufzeichnungsverfahren für unterschiedliche 8-bit-Rechner. Dieses System wurde noch um einen gemeinsamen Basic- Dialekt und eine einheitliche Bedienoberfläche erweitert und fand mit der achtfarbigen Version BASICODE-3C 1991 seinen (vorläufigen?) Abschluß.

BasiCode steht auf sehr vielen Kleincomputern und auch auf IBM-kompatiblen PCs zur Verfügung, hier kann am Centronics-Port sogar ein einfach aufgebautes Interface angeschlossen werden, an dem Kassetten gelesen und geschrieben werden können.

Unter BasiCode gibt es einen großen Fundus an Programmen (Freeware, Näheres siehe in BASICODE.TST) mit einer verblüffenden Anwendungsbreite und in oft erstaunlicher Leistungsfähigkeit. Jedes dieser Programme ist ohne Veränderungen auf jedem Heimcomputermodell nutzbar, vorausgesetzt, es gibt einen Bascoder für diesen Oldie. Die Verbreitung der Programme ist technisch unkompliziert (da ASCII-Form) und juristisch fast nicht eingeschränkt.

BasiCode kann nach meiner Auffassung auch dazu beitragen, daß die noch verbliebenen 8-bit-Clubs nicht jeder nur sein eigenes Süppchen kochen, sondern sich auch miteinander austauschen. Daher versende ich diese Disketten, um das phantastische Konzept, das BasiCode zugrunde liegt, wieder ein wenig in das Bewußtsein zurückzurufen.

An dieser Stelle möchte ich Herrn Prof. Horst Völz, Berlin, dem federführenden Autor des DDR-BasiCode-Buchs, für das Zurverfügungstellen seines diesbezüglichen Softwarebestands sowie Herrn Henning Räder, Oberhausen, Herrn Erich Laber (Plus-4-Club), Kappelrodeck und Herrn Enrico Grämer (KC-Club), Stendal, für das Ergänzen der Programmbestände danken. Weiterhin danke ich Herrn Peter Roost, Salzwedel, der mir eine kleine Gefälligkeit so reichlich vergütete, daß das Versenden dieser Briefe kein Zuschußgeschäft für mich wird.

Ich erkläre mich einverstanden, daß meine Artikel unentgeltlich veröffentlicht und weiterverbreitet werden, bin sogar sehr daran interessiert. Sofern es für andere Computer in zu hohem Maße CPC-spezifisch ist, habe ich in diesem Zusammenhang auch keine Einwände gegen redaktionelle Kürzungen.

Für noch auf Papier erscheinende Clubzeitschriften lege ich Screendumps aus BasiCode-Programmen zum Illustrieren bei. Das Manual ist eine Erweiterung (hinsichtlich der Version 3C) von Material des Plus-4-Clubs, der auch hierfür den Druck übernahm. Es steht auch auf einer Diskette als MANUAL_B.C3C zur Verfügung, sein Layout (fixed-Spaces-Schrift) ist für einen EPSON-kompatiblen 9-Nadler konzipiert (10 Zeichen pro Zoll, NLQ deaktiviert, Drucken vom DOS-Editor aus, am günstigsten seitenweise auf A5-Blätter). Wer ruft die BasiCode-Homepage ins Leben?

  Thomas Rademacher